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1 - Wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Andreas Fleischmann, ich bin Biologe aus Landsberg und arbeite an der Botanischen Staatssammlung München als Kurator für die dortige botanische Sammlung im Herbar, sowie als Wissenschaftler. Neben meiner Forschung dort bin ich auch noch Privatdozent für Botanik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, sowie Vorsitzender der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Mein Leben dreht sich also recht viel um die Botanik.... und davon gibt es in Landsberg zum Glück reichlich!

2 - Was macht dich für Landsberg so besonders?

Ich glaube, ich bin derzeit einer der wenigen Botaniker aus Landsberg - aber nicht der erste ;-) So gab es bereits im letzten Jahrhundert zwei recht berühmte Botaniker die aus dieser schönen Kreisstadt stammen. Ein großes Anliegen von mir ist der Naturschutz, sprich der Erhalt der schönen aber bedrohten Natur vor unserer Haustüre auch für nachfolgende Generationen. Dafür setze ich mich in meinem Heimatlandkreis und in meiner Heimatstadt ein - damit auch unsere Kinder und Enkel diese tolle Vielfalt von Landsbergs Natur noch genießen können.

3 - Warum ist deine Heimat Landsberg?

Für mich ist meine Geburtsstadt wirklich der beste und schönste Platz auf diesem Planeten - nach all meinen Forschungsreisen und Expeditionen in ferne Länder freue ich mich jedes Mal, wieder in meine Heimat zu kommen. Nicht nur das tolle Flair der historischen Altstadt und die zahlreichen Kultur- und Unterhaltungsangebote dort; Landsberg liegt auch inmitten einer unglaublich artenreichen Natur, das lässt mein Biologenherz natürlich höher schlagen. In nur wenigen Minuten ist man z.B. zu Fuß von der Innenstadt in sehr naturnahem Auwald (etwa im Wildpark oder an den Wegen entlang des Lechs) mit einer vielzahl von seltenen Pflanzen- und Tierarten. Und bayernweit sind die Lechheiden zwischen Landsberg und Augsburg sogar eine der botansisch artenreichsten Regionen überhaupt - für meinen Beruf lebe ich also genau am richtigen Ort :-) Zudem leben in Landsberg meine Familie und mein Freundeskreis, auch das macht Heimat für mich aus.

4 - Was war bisher deine größte Hürde in deinem Leben?

Wenn man sich für den Erhalt der Natur einsetzt, gibt es leider immer wieder viele Hürden, wenn intakte Naturlandschaft für Bauland oder Infrastrukturprojekte weichen muss, oder Artenvielfalt anderweitig vernichtet wird. Da stirbt leider Stück für Stück ein Teil unserer liebens- und lebenswerten Naturlandschaft.

5 - Und dein größter Erfolg?

Auch hier sind es viele kleine Erfolge, die aber alle zusammen dem Erhalt unserer heimischen Natur vor Ort dienen, und bei denen ich vielleicht manchmal auch ein klein wenig Anschubhilfe gegeben habe: ein naturverträgliches Grünfl.chenmanagment der Stadt Landsberg zum Beispiel, der Erhalt großer Teile der ehemaligen Lechrainkaserne als Natura2000-Schutzgebiet, oder auch das erfolgreiche Volksbegehren "Rettet die Bienen" für das ich mich intensiv engagiert habe. Auch erachte ich es als großen Erfolg (oder besser: unglaubliches Glück), dass ich meinem Traumberuf nachgehen kann - und dies sogar, ohne aus Landsberg wegziehen zu müssen - das ist als Wissenschaftler leider gar nicht selbstverständlich.

6 - Auf was bist du besonders stolz in Landsberg?

Die reichhaltige Natur, der sich doch ein Großteil der Bewohner wohl bewusst ist und diese auch zu schätzen weiß.

7 - Was ist dein Place-To-Be und absoluter Geheimtipp hier in der Umgebung?

Eigentlich alle Orte, an denen Natur noch Natur sein darf - da gibt es viele schöne Flecken am Lech. Das Problem an Geheimtipps ist ja meist, dass sie nicht mehr geheim und idyllisch sind, wenn sie publik werden, deswegen verschweige ich meinen Lieblingsort hier ;-)

8 - Was würde Landsberg besser machen?

Bei Bauplanungen im Voraus die Belange der Natur vor Ort berücksichtigen, z.B. in dem Artenkenner vor Ort befragt werden, oder die Naturschutzvereine kontaktiert werden. Da ließen sich im Voraus sicher viele Probleme im Gespräch klären.

9 - Was wünscht du dir für deine Zukunft?

Gesundheit und Glück für meine Familie und Freunde. Und dass einige der schönen Flecken Natur auch in 30 Jahren noch so sind, wie sie heute sind, oder -wenn ich träumen darf- wieder so werden, wie ich sie noch aus meinen Kindheitstagen in Landsberg kenne.

10 - Wenn du überall wohnen könntest würdest du in Landsberg bleiben?

Ja, defintiv! Wo sonst kann man Abends gemütlich im Lechbiergarten sitzen, und nebenbei noch verschiedene Fledermaus-Arten beim Jagen über dem Lech beobachten? Und es gibt entlang des Lechs noch Waldstücke, wo die Natur Natur sein darf, mit Lianen, seltenen Orchideen und vielen verschiedenen Tierarten - Urwald vor der eigenen Haustüre, da muss man nicht in exotische Länder reisen...

11 - Was sollte deiner Meinung nach viel mehr gefördert werden in der Umgebung?

Der Mut zu mehr Natur. Damit meine ich keine aktionistischen Blühfl.chen oder gepflanzte Begrünungen, sondern wirkliche, heimische Natur - einfach die Natur mal machen lassen, Spontanwuchs und Wildkräuter ("Unkraut") tolerieren und sich daran erfreuen, statt beim ersten blühenden Löwenzahn Rasenmäher und Spritzmittel herauszuholen.

* Wer bekommt in unserer Stadt deiner Meinung nach nicht genug

Aufmerksamkeit?

Auch hier lautet meine Antwort: die Natur. Es wäre schön, wenn sich mal nicht die Wünsche von Architekten und Landschaftsplanern

bei Bauprojekten durchsetzen würden, sondern vielleicht auch die heimische Natur selbst einen Teil begrünen dürfte - das geht

erstaunlich gut, wird aber meist nicht toleriert. Oder Kinder fragen. Die machen intuitiv vieles richtiger (aus Naturschutzsicht), als

Erwachsene - den denen fehlt meist noch der übertriebene Ordnungssinn (der dann zu kurzgeschorenem Parkrasen, Steinwüsten

und Plastikdeko führt).

* Wo geht die Reise hin? Wie sehe deine Pläne für die nächsten 12

Monate aus?

Für die eigentlichen Forschungs- und Reisepläne sieht es wegen Corona derzeit düster aus, so sind internationale

Wissenschaftstagungen und Expeditionen derzeit gestorben. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau, denn sowas ist verzichtbar, da

hängt kein Leben davon ab. So bin ich derzeit froh, dass ich ich meine Arbeit viel im Home Office erledigen kann, und so meine

Familie häufiger sehen. Und die wunderbare Natur und Landschaft in und um Landsberg kann ich derzeit auf Rad- und Wandertouren

auch etwas häufiger geniesen als sonst.

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Schöne Grü.e,

Andreas Fleischmann

*

Liebe